Teuer, teurer, Medikamente in den USA

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Vor fünf Jahren kaufte ein amerikanischer Hedgefonds die Rechte am Vertrieb des Aidsmedikaments Daraprim und erhöhte den Preis über Nacht von 13,5 Dollar auf 750 Dollar. Diese Preissteigerung löste einen gewaltigen öffentlichen Aufschrei aus. Doch hohe Preise für Medikamente sind in den USA keine Seltenheit. In keinem Gesundheitssystem der Welt wird mehr für Medikamente ausgegeben als in den USA. Mitverantwortlich dafür sind die kaum genutzte Verhandlungsmacht staatlicher Versicherungsprogramme einerseits und die durch Patente und Zulassungsverfahren beförderte Marktmacht von Pharmaunternehmen andererseits.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Covid-19: Gefahr für Freiheitsrechte?

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Das Corona-Virus hat Regierungen weltweit zur Einführung weitreichender Eindämmungsmaßnahmen veranlasst. Die Maßnahmen schränken persönliche Freiheiten zum Teil massiv ein. Betroffen sind Grundrechte wie die Bewegungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit. Viele Menschen erachten diese Einschränkungen angesichts der vom Virus ausgehenden Gefahr für geboten. Dennoch besteht die Gefahr, dass freiheitsbeschränkende Maßnahmen nicht wieder zurückgenommen werden, sobald die Pandemie überstanden ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte mit dem Verweis darauf, sie sei „ein freiheitsliebender Mensch“, dass alle Maßnahmen wieder aufgehoben würden. Auch angesichts der in Deutschland herrschenden Rechtsstaatlichkeit ist ihre Versicherung glaubwürdig. In einigen anderen Ländern gibt es mehr Grund zur Sorge um Freiheitsrechte.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Wie gut ist das deutsche Gesundheitssystem aufgestellt?

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Die Corona-Pandemie stellt die Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt vor eine nie gekannte Belastungsprobe, auch das deutsche. In einigen Kommentaren ist zu lesen, das deutsche Gesundheitssystem sei schlecht vorbereitet, weil es „25 Jahre lang kaputt gespart“ und die Bettenkapazität reduziert worden sei. Wie gut ist das Gesundheitssystem hierzulande aufgestellt? Internationale Daten lassen darauf schließen, dass das deutsche System bei all seinen Schwächen vergleichsweise gut auf Pandemien vorbereitet ist.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Reform der Organspende: Eine verpasste Chance?

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Jedes Jahr sterben hierzulande mehrere Hundert Menschen, weil sie kein passendes Spenderorgan bekommen. Derzeit stehen fast 9.500 Personen aus Deutschland auf der Warteliste von Eurotransplant.

Der Bundestag diskutierte daher die Neureglung der Organspende. Der Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn und SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, der für die die Einführung einer Widerspruchslösung plädierte, fand keine Mehrheit. Nach diesem Vorschlag wäre jeder, der nicht widerspricht, automatisch potentieller Organspender geworden. Stattdessen wurde ein Gesetzentwurf angenommen, der auf mehr Aufklärung und regelmäßige Abfrage der Spendenbereitschaft setzt. In der Presse wurde diese Entscheidung mehrfach als „Verpasste Chance“ betitelt.

Ob die Nicht-Einführung der Widerspruchslösung tatsächlich eine verpasste Chance ist, die Organspendenzahlen zu erhöhen, ist nicht ganz klar. Ein Blick in andere OECD-Länder zeigt, dass eine Widerspruchslösung nicht zwangsläufig dazu beiträgt, mehr Patienten mit passenden Organen zu versorgen. Unabhängig von der Entscheidung bezüglich der Einführung der Widerspruchslösung würde eine Reform, die in der breiten Öffentlichkeit kaum diskutiert wird, gewiss helfen: Eine Ausweitung der Möglichkeit zur Lebendspende. Hier wurde sicher eine Chance verpasst.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Ärztemigration: Es kommen mehr als gehen

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Gesundheitsminister Jens Spahn fürchtet eine zu große Abwanderung deutscher Ärzte ins Ausland. Jens Spahn gab Anfang des Jahres der Schweizer Zeitung „Blick am Sonntag“ ein Interview, in dem er kundtat, dass er deutsche Ärzte gerne aus der Schweiz zurück hätte. Er regte an, die Abwerbung von Fachleuten innerhalb der EU, darunter Ärzte, „neu zu regeln“, weil diese Fachleute in Deutschland fehlen würden. Doch ist die Auswanderung deutscher Ärzte ins Ausland tatsächlich ein großes Problem? Die Wanderungszahlen lassen Zweifel an Spahns Diagnose aufkommen. Zudem gilt: Wäre die Diagnose des Gesundheitsministers zutreffend, sollte er sich um eine höhere Attraktivität des deutschen Gesundheitssystems bemühen, statt regulatorisch Einfluss auf Auswanderungen von Ärzten nehmen zu wollen.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Operation Mangelwirtschaft: Gesundheitsversorgung in der DDR

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Jahrzehnte nach dem Mauerfall ist ein nostalgisches Bild von der Gesundheitsversorgung in der DDR weit verbreitet. Darauf deutet auch eine 2014 durchgeführte Umfrage unter Einwohnern der neuen Bundesländer hin. Zwei von drei Befragten sehen im ehemaligen Gesundheitssystem eine besondere Stärke der DDR, während nur 55 % selbiges für das heutige Gesundheitssystem der BRD angeben. Die Wirklichkeit der DDR-Gesundheitsversorgung war allerdings wenig rosig. Die Gesundheitsversorgung in der DDR litt unter einem Mangel an Medikamenten und Verbrauchsmaterialien, einem schlechtem Bauzustand der medizinischen Einrichtungen und einem Ärztemangel. Die schlechte gesundheitliche Versorgung blieb nicht ohne Folgen. Neben einer eingeschränkten Lebensmittelversorgung und Umweltbelastungen hat das marode Gesundheitssystem der DDR dazu beigetragen, dass zur Wende DDR-Bürger eine 2,5 Jahre kürzere Lebenserwartung hatten als Menschen in Westdeutschland.

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Erschienen bei: IREF. Mitautoren: Dr. Alexander Fink & Alexander Mengden.

Mein Zahnarzt, eine Heuschrecke?

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In letzter Minute hat es, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, eine bedauerliche Änderung in das Mitte März 2019 beschlossene Terminservice- und Versorgungsgesetz geschafft. Die Gründung sogenannter zahnmedizinischer Versorgungszentren, in denen mehrere Zahnärzte praktizieren, wurde durch den Gesetzgeber erschwert. Zuvor hatten Zahnarztlobbyverbände argumentiert, dass zahnmedizinische Versorgungszentren die flächendeckende Versorgung gefährden und der Betrieb solcher Zentren durch gewinnorientierte Kapitalgesellschaften nicht im Sinne der Patienten sei. Die Zahnarztlobby feiert die Einschränkung als „Ordnungspolitisch sinnvolle Regulierung von Fremdinvestoren und Private Equity-Fonds“. Doch es handelt sich keineswegs um eine ordnungspolitisch sinnvolle, der flächendeckenden Versorgung förderliche oder dem Patientenwohl dienliche Einschränkung – im Gegenteil. Förderlich ist die Einschränkung lediglich für niedergelassene Zahnärzte.

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Erschienen bei: IREF.

Apotheken: Fremd- und Mehrbesitzverbot aufheben

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Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände meldet für das Jahr 2018 erneut einen Rückgang der Apothekenanzahl. Es waren 325 Apotheken weniger als im Vorjahr. In Deutschland dürfen gemäß dem Apothekengesetz nur Apotheker Apotheken besitzen und betreiben. Das Fremd- und Mehrbesitzverbot wurde im Jahr 2004 zwar etwas gelockert. Seitdem dürfen Apotheker bis zu drei weitere Filialapotheken betreiben. Diese müssen sich im selben oder in einem direkt benachbarten Landkreis wie die Hauptapotheke befinden. Die anhaltenden Einschränkungen hinsichlich der Eigentümerstruktur und der Anzahl der Apotheken innerhalb einer Unternehmung beschränken jedoch weiterhin den Wettbewerb um die Gunst der Verbraucher und verhindern die Realisierung kostensenkender Größenvorteile. Im Interesse der Kunden sollte eine Öffnung des Apothekenmarkts erfolgen, die Nicht-Apothekern den Besitz von Apotheken ermöglicht und die Anzahl der Apotheken pro Betreiber unbegrenzt lässt.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Steigende Gesundheitsausgaben: Längere Leben schuld?

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Die Ausgaben für Gesundheit sind in Deutschland pro Kopf inflationsbereinigt von 2000 bis 2017 um 40 Prozent gestiegen. Es wird erwartet, dass sie auch in der Zukunft weiter steigen werden. Die beobachteten Kostensteigerungen werden regelmäßig auf den Anstieg der Lebenserwartung und das Altern der Bevölkerung zurückgeführt. Doch die Gesundheitsausgaben werden nicht nur von der Altersstruktur der Gesellschaft bestimmt. Unter anderem werden sie beeinflusst vom medizinischen Fortschritt und von politischen Entscheidungen, bei denen stets zwischen der Verfolgung verschiedener Ziele abgewägt werden muss. Auf Trade-offs wies auch Gesundheitsminister Jens Spahn während des Weltwirtschaftsforums in Davos hin: „Andere fliegen zum Mond, wir wollen den Krebs besiegen.“

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.