Impfen: Hoch die Hände Wochenende?

„In jeder Familie gibt es jemanden, der geimpft worden ist“, bekundete Gesundheitsminister Jens SpahnMitte März. Damit wollte er etwas Optimismus bezüglich der deutschen Impfkampagne verbreiten, nachdem zunehmend Kritik laut wurde. Vor dem Hintergrund der Impferfolge anderer Länder setzt sich auch hierzulande zusehends die Erkenntnis durch, dass der Faktor Impfgeschwindigkeit für eine erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie entscheidend ist. Je früher eine Person geimpft ist, desto weniger Gelegenheiten bieten sich für eine Infektion. Besonders schmerzlich sind etwa Berichte aus Altenheimen, bei denen die Impfteams nur wenige Tage zu spät eintrafen und sich Heimbewohner kurz zuvor infizierten und einige schließlich verstarben.

Gelieferte Dosen sollten stets umgehend verimpft werden – just in time. Die Realität sieht leider anders aus.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Human Challenge Trials: Beschleuniger für Impfstoffentwicklung?

Impfstoffe gegen Corona wurden in einer unglaublichen Geschwindigkeit entwickelt. CNN berichtet, dass die Entwickler bei Moderna bereits am 13. Januar 2020, zwei Tage nachdem die chinesischen Behörden die Gensequenz des Corona-Virus veröffentlichten den Impfstoff entwickelt hatten und anschließend mit der Herstellung von Impfdosen für klinische Tests begannen. Die Tests sollten schließlich noch mehrere Monate dauern, obwohl zur Beschleunigung die üblichen Testphasen parallel durchgeführt wurden.

Zeitintensiv ist besonders der Nachweis der Effektivität, also wie gut der Impfstoff schützt. Die bisher üblichen Verfahren setzen darauf, dass sich Studienteilnehmer zufällig auf natürliche Weise mit dem Virus infizieren. Die Effektivität könnte allerdings durch absichtliche Ansteckungen im Rahmen von sogenannten Human Challenge Trials deutlich schneller bestimmt werden. Das könnte angesichts zahlreicher Mutanten des Virus auch für die aktuelle Pandemie eine relevante Möglichkeit sein, wenn Zulassungsbehörden erneut Effektivitätsnachweise verlangen.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Impftermine: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst?

Der Start der Impfkampagne gegen Corona ist ein Hoffnungssignal. Doch gleichzeitig macht sich nicht nur Frust über die bestellten Impfstoffmengen breit. Auch bei der Umsetzung der Impfungen stockt es. In vielen Bundesländern konnten sich die ersten Impfberechtigten nicht nur über Hotlines anmelden, sondern auch über Internetportale für Termine registrieren. Die Internetportale brachen allerdings wie etwa in HessenSaarlandNRW und Sachsen nach dem Start der Registrierung unter dem Ansturm der impfwilligen Über-80-Jährigen zusammen. Eine kleine Anpassung der Regeln der Registrierungsverfahren könnte ein solches Malheure beim Start der Registrierungen der nächsten berechtigten Gruppen verhindern.

Zwar mögen abstützende Server bei der Registrierung nur als ein kleines Ärgernis erscheinen, doch erhöhen Berichte über das „Chaos bei Impfterminvergabe“ die Impfbereitschaft gewiss nicht. Im Gegenteil. Nicht nur ältere Mitbürger könnten frustriert aufgeben, wenn sie sich an die Onlineterminvergabe heranwagen und dann Fehlermeldungen erhalten.

Wenn demnächst der Startschuss für die größeren Bevölkerungsgruppen fällt, die sich vermutlich relativ häufiger online registrieren wollen, sollte sich das traurige Spiel nicht wiederholen.

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Impfung: Fragen Sie ihren Arzt und Apotheker!

Angesichts tausender täglicher Neuinfektionen, vielen Todesopfern und hohem wirtschaftlichen Schaden sind in den nächsten Monaten weitere Anstrengungen nötig, um die Anzahl täglicher Corona-Impfungen deutlich zu erhöhen. Es ist daher richtig, dass auch Hausärzte in die Impfungen eingebunden werden, sobald mehr Impfstoff verfügbar ist. Einen weiteren Beitrag zur Impfkampagne könnten die rund 19.000 Apotheken in Deutschland leisten. Dafür müssten jetzt die Weichen gestellt werden. Dieser Schritt würde sich auch langfristig auszahlen: Impfungen in Apotheken können zu einer umfangreicheren Immunisierung der Bevölkerung auch gegen andere Krankheiten beitragen.

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Schnelle Corona-Impfstoffzulassung: Warum nicht immer so?

Es ist vollbracht! Der erste Impfstoff wurde nun auch in der gesamten EU zugelassen. Der Corona-Impfstoff wurde nicht nur in Rekordzeit entwickelt und getestet, sondern auch zugelassen. In der Regel dauert die Entwicklung eines neuen Wirkstoffs in der Pharmaindustrie mehr als 13 Jahre, davon entfallen im Durchschnitt 1,5 Jahre auf das Zulassungsverfahren. Angesichts der deutlich schnelleren Zulassung des Corona-Impfstoffs stellt sich die Frage, warum eine schnellere Zulassung nicht auch in normalen Zeiten die Regel ist?

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Corona-Impfstoff: Freiwillige vor, auch ohne Zulassung!

Seit Anfang November gibt es im Kampf gegen die Corona-Pandemie gute Nachrichten im Wochentakt. Den ersten Aufschlag machte am 8. November das Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech zusammen mit seinem amerikanischen Partner Pfizer: Ihr Impfstoffkandidat sei in der entscheidenden Phase-3-Studie mehr als 90 Prozent effektiv. Genau eine Woche später legte das amerikanische Unternehmen Moderna ähnlich erfolgversprechende Daten vor. Aus dem Duo wurde eine weitere Woche später ein Trio: AstraZeneca vermeldete ebenfalls einen Erfolg seiner Phase-3-Studie.

Inzwischen haben BioNTech und Pfizer in den USA eine Notfallzulassung beantragt und die finalen Daten im rollierenden Zulassungsverfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) vorgelegt. Trotz der guten Nachrichten: Geimpft wird noch nicht. Die Hersteller haben zwar bereits erhebliche Mengen Impfstoff produziert. Sie warten jedoch auf die Zulassung der Behörden.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Lebenserwartung: Über fünf Generationen verdoppelt

In den letzten 150 Jahren hat sich die Lebenserwartung in Deutschland mehr als verdoppelt. Zunächst wurde die Entwicklung von einer sinkenden Säuglings- und Kindersterblichkeit getrieben, nun vor allem durch bessere Überlebenschancen älterer Menschen. Eine stark steigende Lebenserwartung ist allerdings kein Selbstläufer.

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Fast Facts: Verkehrstote – Jung und zu schnell?

Jung, zu schnell – oft der erste Gedanke, wenn es um mögliche Ursachen für Verkehrstote geht. Doch stimmt das traurige Klischee? Die Antwort: teilweise. Der Schwerpunkt liegt nicht nur bei jungen Fahrern, sondern auch bei älteren Verkehrsteilnehmern. So verunglücken mehr Rentner mit dem Fahrrad tödlich im Straßenverkehr als 15 bis 25-Jährige mit dem Auto. Allerdings ist die Gruppe der Rentner deutlich größer als die der 15 bis 25-Jährigen. Doch insgesamt gibt es bei den älteren Altersgruppen ein relativ großes Potential die Zahl der Verkehrstoten weiter zu senken.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.

Hunger und Armut – Rückschlag durch Corona?

Die Bekämpfung von Hunger und Armut war ein zentrales Ziel der UN-Millenniumsvereinbarung aus dem Jahr 2000. Hunderte Millionen Menschen sind seitdem extremer Armut entkommen. Ökonomen der Weltbank befürchten jetzt, Corona werde die globale Armut erhöhen, wovon insbesondere Menschen in den armen Ländern Südasiens und Subsahara-Afrikas betroffen wären. Erstmals seit Jahrzehnten könnte die Zahl der Personen weltweit, die in extremer Armut leben, wieder steigen.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink und Felix Gillmair.

Deutliche Fortschritte: Gesundheitsversorgung in armen Ländern

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Das Coronavirus hat sich schnell auf der ganzen Welt verbreitet. Gesundheitssysteme in einigen Industrieländern werden durch das Virus bis an den Rand ihrer Belastungsgrenze und darüber hinaus strapaziert. Auch in armen Ländern Afrikas ist das Virus inzwischen angekommen. Hier verbreitet es sich zwar langsam und trifft auf eine überwiegend junge Bevölkerung, dennoch wird mit Hinblick auf die relativ schlecht ausgestatteten Gesundheitssysteme befürchtet, das Coronavirus werde Menschen in ärmeren Ländern besonders stark treffen. Die medizinische Versorgung in diesen Ländern ist weit entfernt von westlichen Standards, doch ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt deutliche Verbesserungen. Die meisten armen Länder sind heute besser auf gesundheitliche Herausforderungen vorbereitet als vor 20 Jahren, auch auf eine Pandemie wie die gegenwärtige.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Dr. Alexander Fink.