Fabian Kurz

is a Research Fellow at the Institute for Research in Economic and Fiscal Issues (IREF). IREF is a think tank advocating for the elimination of barriers to voluntary exchanges of goods, services, and ideas – nationally and internationally. Trained as an economist, Mr. Kurz’s research focuses on health policy and public finance.
Fabian Kurz

Fabian Kurz

Mit Kernkraft das Klima retten?

Pünktlich zu den Ampel-Koalitionsverhandlungen kocht in Deutschland erneut eine Diskussion über die Zukunft der Kernenergie hoch. Der deutsche Sonderweg, angesichts der Herausforderungen des Klimawandels erst aus der Kernkraft und dann aus der Kohleverstromung auszusteigen, wird zunehmend kritischer hinterfragt. Die Befürworter längerer Laufzeiten argumentieren, dass ein längerer Betrieb der Kernkraftwerke einen schnelleren Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohlestromgewinnung ermöglichen würde. So rechnen zwei namentlich nicht genannte hohe Energiemanager in der Welt vor, dass bis zu eine Gigatonne CO2 durch den Weitertrieb der sechs deutschen Kernkraftwerke eingespart werden könnte. Dies entspräche 125 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen Deutschlands.

Heftigen Widerstand gegen diese Forderung leisten die „Scientists for Future“, die in einem aktuellen Papier gegen die Forderung längerer Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke Front machen.

Die Argumente der „Scientists for Future“ überzeugen kaum und dennoch haben sie recht: Eine längere Laufzeit von Kernkraftwerken in Deutschland würde nicht zu Emissionseinsparungen führen.

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Erschienen bei: IREF. 

Vorbild UK und Dänemark: Warum bisher kein „Freedom-Day“ für Deutschland?

Neidisch schauen viele Deutsche zu unseren nördlichen und westlichen Nachbarn. Während in Dänemark und dem Vereinigten Königreich die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben wurden, gilt in vielen Lebensbereichen in Deutschland weiterhin: Maske tragen, Abstand halten.

Auch in Deutschland werden mit Verweis auf Dänemark und dem Vereinigten Königreich Rufe nach einem „Freedom-Day“ laut. Ein Blick auf die Daten zu Impfungen, Genesenen und Impfbereitschaft zeigt, dass sich die Deutschen im Vergleich zu Dänen und Briten in einer misslichen Situation befinden.

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Erschienen bei: IREF. 

Kleine Impfprämie, große Wirkung

„Schwach angefangen und dann stark nachgelassen“, so könnte die deutsche Impfkampagne gegen das Corona-Virus zusammengefasst werden. Zunächst lahmte die Kampagne, weil zu wenig und zu spät Impfstoff bestellt wurde. Mit zunehmender Verfügbarkeit schnellte die Impfquote empor, um nun seit Wochen auf ähnlichem Niveau zu verharren. Während andere Länder, wie Großbritannien oder Dänemark, dank hoher Impfquoten und einem höheren Anteil bereits Genesener die meisten Corona-Maßnahmen aufgehoben haben, ist hierzulande die Aufhebung der Maßnahmen kaum ein Thema mehr.

Soll zügig zur Normalität zurückgekehrt werden und eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden werden, muss die Impfquote in Deutschland noch einmal deutlich steigen.

Corona verursacht hohe individuelle und gesellschaftliche Kosten, die durch eine Impfung reduziert bzw. vermieden werden können. Je mehr Menschen geimpft sind, desto mehr Leid durch Krankheit und Tod kann vermieden werden. Auch die Gegenmaßnahmen erzeugen Leid und auch monetäre Kosten, die durch Impfungen vermieden werden könnten. Den gesellschaftlichen Wert einer einzelnen Impfdosis schätzt das ifo Institut auf gut 1.500 Euro.

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass bereits eine relativ geringe Geldprämie die Impfquote erhöhen kann.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Claudia Zeller

Dynamische Aktienrente mit Doppel-Opt-Out

Aufgrund der demographischen Alterung und des mäßigen Produktivitätswachstums sinkt die implizite Rendite des Umlageverfahrens stetig. Die gesetzliche Rente ist nicht zukunftsfest.

Die bisherige Förderung der privaten Altersvorsorge ist gescheitert. Niedrigzinsen, hohe Verwaltungskosten und mangelnde Wahlfreiheit machen die Riester- und Rürup-Rente unattraktiv.

Deutschland braucht eine nachhaltige Rentenreform. Eine solche Reform muss fünf Anforderungen genügen:

1. Rente demografiefest machen 
2. Reformkosten gerecht verteilen
3. obligatorische Mindestsicherung festigen
4. Beitragsäquivalenz wahren
5. Raum für individuellen Vermögensaufbau schaffen

Unsere auf den schrittweisen Ausbau der Kapitaldeckung abzielende Dynamische Aktienrente mit Doppel-Opt-Out erfüllt diese Anforderungen. Unser Vorschlag beruht auf mehreren Bausteinen:

  • schrittweise Einführung der Kapitaldeckung
  • erster Opt-Out: nur Mindestsicherung verpflichtend
  • zweiter Opt-Out: Mindestsicherung durch private Anbieter

Eine nachhaltige Rentenreform führt vorübergehend zu höheren Kosten, da neben dem Aufbau der Kapitaldecke die bestehenden Umlageansprüche aktueller und baldiger Rentner finanziert werden müssen.

Unsere Simulationsrechnung schätzt die bis 2080 anfallenden Übergangskosten auf 31 bis 49 % des heutigen Bruttoinlandsprodukts. Die wissenschaftliche Literatur und die Erfahrungen anderer Länder illustrieren, dass die Übergangskosten gerecht verteilt werden können.

Der Verkauf der drei großen ehemaligen Staatsmonopolisten Telekom, Post und Bahn würde eine Anschubfinanzierung in hoher zweistelliger Milliardenhöhe ermöglichen.

Alle weiteren anfallenden Reformkosten können unter Wahrung der Schuldenbremse etwa hälftig durch die Ausgabe zweckgebundener Staatsanleihen und ergänzend durch die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters und Quersubventionen aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.

Zum Policy Paper.

Erschienen bei: IREF. Mitautor: Kalle Kappner

FastFacts: Privatisierungserlöse für die kapitalgedeckte Rente?

Hunderte Unternehmen in Deutschland sind in Staatsbesitz. An 106 Unternehmen ist der Bund direkt beteiligt. An weiteren 401 Unternehmen ist der Bund unmittelbar beteiligt. Würde der deutsche Staat diese Unternehmen verkaufen, könnten die Erlöse genutzt werden, um die Doppelbelastung, die bei einer Umstellung von einer umlagefinanzierten Rente auf eine kapitalgedeckte Rente entsteht, abzumildern.

Wie hoch die Erlöse wären, wenn der Bund seine Beteiligungen substanziell abstoßen würde, kann nur grob abgeschätzt werden, da die zu erwartenden Verkaufserlöse in der Regel nicht durch bereits beobachtbare Marktpreise bestimmt werden können. Für die wohl drei wertvollsten Beteiligungen des Bundes, die Deutsche Telekom AG, die Deutsche Post AG und die Deutsche Bahn AG, lassen sich allerdings die zu erwartenden Erlöse schätzen.

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Erschienen bei: IREF. 

Private Vorsorge: Was planen die Parteien?

Die bisherige Förderung privater Altersvorsorge, insbesondere die Riester- und Rürup-Rente, gilt als gescheitert. Die auf Versicherungsprodukte fokussierte Förderung ist vor allem durch niedrige Renditen, etwa auf Grund vorgeschriebener Garantieleistungen, und hohe Abschluss- und Verwaltungskosten unattraktiv.

Nachdem wir die Pläne der im Bundestag vertretenen Parteien zur gesetzlichen umlagefinanzierten Rente und mögliche Pläne für eine kapitalgedeckte gesetzliche Rente näher betrachtet haben, gehen wir in diesem Beitrag auf die Pläne der Parteien zur privaten Altersvorsorge ein.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Florian Rösch

Mit Jamaika in die kapitalgedeckte Rente?

Wie wir festgestellt haben, lassen die Wahlprogramme der Parteien hinsichtlich Reformen, die die finanzielle Solidität der gesetzlichen umlagefinanzierten Rente sichern würden, zu wünschen übrig. Doch möglicherweise könnten tiefgreifende Reformen langfristig die Finanzierung der gesetzlichen Rente auf eine solidere Basis stellen. Eine Möglichkeit ist die Umstellung oder Ergänzung durch eine kapitalgedeckte gesetzliche Rente.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Florian Rösch

Umlagefinanzierte gesetzliche Rente: Was planen die Parteien?

„Die Rente ist sicher“, versprach im Jahr 1986 der damalige Arbeitsminister Nobert Blüm im Wahlkampf desselben Jahres. Auf über 15.000 Plakaten wurde die Devise unter das Volk gebracht. 35 Jahre später spielt die gesetzliche Rente und ihre Zukunftssicherheit im Wahlkampf wieder eine wichtige Rolle. Wir werfen einen Blick auf die rentenpolitischen Wahlversprechen aller im Bundestag vertretenen Parteien. In diesem ersten Teil stehen die unmittelbaren Pläne für das umlagefinanzierte Rentensystem im Vordergrund. In einem zweiten Teil werden wir die Vorschläge der Parteien beleuchten, die eine Veränderung zu einem mehr kapitalgedeckten Rentensystem ermöglichen sollen. Schließlich werden wir in einem dritten Teil die Wahlversprechen hinsichtlich der privaten Vorsorge unter die Lupe nehmen.

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Erschienen bei: IREF. Mitautor: Florian Rösch

Kerosinsteuer und Zertifikatehandel: Doppelt hält nicht besser

Die EU-Kommission hat am 14. Juli das Maßnahmenpaket „Fitfor55“ vorgestellt. Mit dem Paket möchte sie das Ziel erreichen, dass in der EU bis zum Jahr 2030 mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 emittiert werden. Am gleichen Tag wurden die Pläne für die Einführung einer Kerosinsteuer für innereuropäische Flüge veröffentlicht. Durch die Steuer soll der innereuropäische Flugverkehr teurer werden und die Anzahl der durchgeführten Flüge sinken, um zusätzliche Emissionseinsparungen zu erreichen. Durch die Kerosinsteuer wird dieses Ziel jedoch kaum zu erreichen sein.

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Erschienen bei: IREF.

Mitarbeiterkapitalbeteiligungen: Angestellte als Anteilseigner?

Seit langem fordern Politiker unterschiedlicher Couleur die Beteiligung von Mitarbeitern am Betriebskapital ihrer Arbeitgeber steuerlich stärker zu fördern. Bisher wurden für Entgelte in Form von Mitarbeiterkapitalbeteiligungen bis zu 360 Euro im Jahr keine Steuern oder Sozialabgaben fällig. Zum 1. Juli 2021 wurde der Freibetrag auf 1.440 Euro erhöht.

Die Politik verspricht sich durch die Maßnahme ein wahres Potpourri positiver Effekte. So sollen durch die Beteiligung der Mitarbeiter an „ihrem“ Unternehmen die Mitsprache der Arbeitnehmer, die Kapitalbasis der Unternehmen, die Produktivität sowie die Bindung und Identifikation der Arbeitnehmer mit dem Unternehmen gestärkt werden. Schließlich soll die steuerliche Förderung den individuellen Vermögensaufbau der Arbeitnehmer fördern.

Ob die stärkere Förderung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungen tatsächlich breiten Bevölkerungsschichten den Aufbau von Vermögen erleichtert, ist allerdings ebenso fraglich wie das Eintreten der übrigen positiven Effekte.

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Erschienen bei: IREF.